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ANONYM - WARTEN LERNEN

Auch wenn ich in einer christlichen Familie aufgewachsen bin und Jesus nachfolge, habe ich immer wieder das Gefühl, dass ich Gott gar nicht wirklich kenne oder Er mir zeigt, dass er doch ganz anders ist.


Ich leide seit Jahren an mentalen Problemen und immer wieder präsent sind. Seit 2019 habe ich regelmäßig mit Angstzuständen, Zwangsgedanken und depressiven Phasen zu kämpfen. 2020 war mein schlimmstes Jahr überhaupt, Corona war mein Highlight und hat mir den Ar… gerettet. Ich habe auch meine damalige Beziehung aufgeben müssen, weil es nicht nur für mich belastend war, sondern weil ich nicht auch für sie zur Belastung werden wollte.


Im Februar 2020 war ich auf einem Seminar von „Freedom in Christ“ und ich durfte viele Wahrheiten über Jesus und Gott (neu) entdecken. Ich durfte erkennen, dass meine Identität in Christus entscheidend ist und ich mir dieser nicht bewusst war. Dank regelmäßiger Proklamation von biblischen Wahrheiten aber auch Gebet durfte ich immer mehr in diese Identität hineinwachsen oder zumindest immer mehr von ihr erkennen. Das hat mir in meiner Beziehung zu Jesus enorm geholfen. Trotzdem ging es mir oft schlecht und ich fragte Gott, warum ich das alles erleben müsse:

Ich erhielt für mich 2 Antworten:

  1. Ich will dich läutern wie Gold

  2. Ich will mich in dir verherrlichen


Diese Antworten haben mir immer wieder die Kraft gegeben wieder aufzustehen und mir immer wieder Ruhe geschenkt. Heute, in 2022, bin ich davon immer noch weit entfernt. Ich habe weiterhin immer wieder mit mentalen Einschränkungen zu kämpfen aber merke auch, dass ich mich durch diese Einschränkungen wieder mehr und/oder authentischer mit Jesus auseinandersetze. Ich habe auch immer wieder Zweifel an diesen Antworten, weil ich kein Ende sehen kann, weil ich nur wenig Fortschritt sehen kann, aber ganz ehrlich: Hier geht es nicht um mich! Viel zu sehr schaue ich im Leid auf mich, viel zu sehr schaue ich auf das, was m.E. nicht stimmt, viel zu sehr schaue ich auf das, was ich gerne hätte. Hier ist zu viel ICH und zu wenig JESUS.

Meine Perspektive in dieser Wartezeit stimmt häufig noch nicht, aber ich hoffe und bin gewiss, dass er diese Zeit nutzt, um an mir zu arbeiten. Meine Gebete haben sich im Laufe der Zeit geändert. Natürlich bete ich weiterhin für Heilung, aber ein befreundeter Pastor gab mir den Tipp, Jesus doch in meine Ängste, Sorgen und Zweifel einzuladen, damit ER mir genau darin begegnet. Das bete ich jetzt öfter und es entlastet. Nicht mehr ich muss kämpfen und machen und stark sein, sondern kann Jesus einladen mir in meinen Ängsten zu begegnen.

So wie er dem zweifelnden Thomas begegnet ist, so bete ich, dass er auch mir begegnet. Ich nehme die Antworten weiter für wahr, auch wenn mir meine Zweifel und Ängste manchmal etwas Anderes sagen wollen. Ich bin nicht stark, ich möchte nicht stark sein, ich bin kein Vorbild, aber ich möchte dran bleiben an Jesus. Es werden andere Zeiten kommen, Jesus verändert mich, er läutert mich immer wieder, bis er sich in mir verherrlicht hat. Ich darf warten lernen!

Ja, Jesus IST gut, auch wenn ich so oft im dunklen Tal bin und mich alleine fühle. In der Rückblende werde ich sehen, dass ER mit mir im durch das dunkle Tal gegangen ist.


Danke Jesus!



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