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LINDA - WHEN LIFE FEELS OUT OF FOCUS

Du wachst morgens auf.

Das erste, was du machst, du schaust aufs Handy.

Du guckst, ob du neue Nachrichten erhalten hast.

Dann - Instagram. Wer hat was Neues gepostet? Wer hat mir geschrieben?

OK, alles jetzt gecheckt und beantwortet.

Hm, mal gucken, was es noch so gibt.

Du fängst an auf der Explore-Seite zu stöbern, Reels zu schauen - Videos von ungefähr 15 Sekunden. Eins nach dem Anderen. Auf einmal ist eine Stunde vergangen. Nur auf Instagram.

Okay, ist ja nicht so schlimm. Ich kann nicht sofort aufstehen, wenn ich aufgewacht bin.

Ich hab ja noch was Zeit bevor ich raus zur Uni muss.

Nachdem die Stunde vergangen ist, stehst du auf, putzt deine Zähne, gehst essen und machst dich auf dem Weg zur Uni. Du kommst zurück und setzt dich auf die Couch.

Nachdem ich jetzt so produktiv war, darf ich auf Instagram wieder schauen, ob irgendwer etwas neues gepostet hat. Vielleicht habe ich auch neue Nachrichten bekommen. Das ist wichtig. Also verbringst du wieder eine Stunde am Handy.

Vielleicht hast du dich verabredet und machst dich jetzt auf dem Weg. In der Bahn steckst du dir deine Kopfhörer rein und hört was Worship. Mir ist langweilig geworden. Ich guck mal, was es so neues auf Insta gibt. Angekommen bei deiner Verabredung - darf man natürlich nicht vergessen zu posten, dass man gerade zusammen unterwegs ist. Also machst du das. Ihr verbringt den Tag in der Stadt und geht anschließend essen. Ich muss jetzt schauen, wer meine Story gesehen hat, wer darauf reagiert hat, wer sie geliked hat. Jede zehn Minuten checkst du dein Handy. In der Bahn musst du dann natürlich allen Menschen antworten, die auf deine Story reagiert haben. Abends zuhause angekommen, bist du müde. Du willst dich nur auf die Couch legen und am Handy chillen. Auf Insta.

Dann machst du noch Stille Zeit. Machst Worship an, betest, bist vollkommen in Gottes Präsenz. Dein Handy lag währenddessen in einem anderem Zimmer und war auf Flugmodus. Nachdem du die Stille Zeit beendet hast, gehst du ins andere Zimmer, nimmst dir dein Handy, schaltest den Flugmodus aus und checkst wieder Insta.

Jemand hätte dir ja während der Stillen Zeit geschrieben haben oder was neues gepostet haben. Dann machst du dich bettfertig, legst dich ins Bett und bist am Handy. Um 23 Uhr. Das nächste mal als du auf die Uhr schautest, war es auf einmal schon ein Uhr morgens. Oh nein, ich will morgen doch früh aufwachen. Du schläfst ein und wachst um sechs Uhr morgens mit wenig schlaf auf. Du bist müde. Du gehst an dein Handy. Jetzt fängt alles von vorn an.

Vielleicht kannst du dich mit diesem Alltag identifizieren.

Diesen Alltag habe ich gelebt.

Ich habe meinen Alltag beschrieben, den ich für mehrere Jahre lebte. Im Januar hat meine Church - die Citychurch - jährlich eine dreiwöchige Fastenzeit, in der die ganze Church zusammen fastet und betet. Ich hatte gespürt, dass Gott zu mir meinte, ich sollte auf Social Media verzichten. Ich wollte eigentlich nicht, weil ich es nicht aufgeben wollte. Naja, ich tat es trotzdem. Ich fastete drei Wochen auf Instagram. Das mag sich jetzt nicht so schwer ja sogar albern anhören, aber für mich war das echt ein BIG DEAL. Nachdem ich im Dezember und Januar eine harte Zeit durchmachte, wusste ich, ich muss näher an Gott kommen. Vor der Fastenzeit schrieb ich mir auf, woran Gott noch arbeiten „muss“. Die Liste war lang. Angefangen, dass Gott mein Herz und offene Wunden heilt bis zu Gottes Frieden empfangen und Panikattacken heilen. Nach den drei Wochen holte ich meine Liste raus und schrieb die Zeugnisse zu den jeweiligen Struggles auf. Gott heilte mein Herz und Wunden. Er offenbarte seinen göttlichen Frieden. Die Panikattacken waren noch da, aber das ist ein anderes Thema. Ich merkte, wie ich in der Fastenzeit - einer Zeit, in der mein Handy nicht so oft benutzt wurde insbesondere Instagram - eine Zeit war, in der ich so nah zu Gott kommen konnte. Ich hörte seine Stimme klarer, verstand seine Wege und empfing seine Liebe komplett aufs Neue. Ich wusste, dass Instagram mir die intensive Zeit mit Gott raubte. Ja RAUBTE. Es war immer ein Kampf zwischen Stille Zeit und Instagram. Was war gerade für mich interessanter? Das war wichtig. Mein Leben verlor den Fokus. Den Fokus namens Gott. Zurück zu der Zeit nach dem dreiwöchigen Fasten gewöhnte ich mir an weniger auf Insta zu sein.

Ja… Das hielt ganze zwei Wochen an. Und alles begann wieder von vorne. Im März wurde ich dann sehr krank und machte Instagram zu meiner Zuflucht. Schmerzwellen, negative Gedanken, Panikattacken, Übelkeit - Instagram war der Ausweg. Naja, das dachte ich zumindest. Eines Tages kam meine ältere Schwester zu mir nach Hause. Sie betete für mich, weil es mir wirklich nicht gut ging. Sowohl körperlich als auch psychisch. Im Gebet fragte sie mich, ob ich einen Götzen hab. Ich schaute sie wütend an und sagte „Natürlich nicht, was denkst du bitte von mir?!“. Sie fragte weiter. „Linda, was machst du, wenn es dir schlagartig wieder schlechter geht?“ Da hatte sie mich erwischt. Ich antwortete: „Instagram“. Instagram war mein Götze. Versteh mich nicht falsch. Ich betete Instagram nicht an oder brachte Opfer, aber ich machte es mehr zu meiner Zuflucht als Gott. Ich stellte es manchmal über meine Stille Zeit. Das waren Faktoren. Wenn es mir schlecht ging, betete ich kurz, weinte zu Gott und verbrachte dann eine lange Zeit auf Instagram. Als Ablenkung. Das dachte ich mir immer. Als mir dann offenbart worden ist, dass es zu einem Götzen wurde, fastete ich sofort.


Nein, nicht nur auf Insta. Ich meine richtiges Fasten auf Essen.


Ich löschte Instagram komplett von meinem Handy.

Fünfeinhalb Monate lebte ich komplett ohne Instagram und lass mich dir eine Sache sagen: Es war die beste Zeit meines Lebens. Ich war zwar noch krank und hatte Struggles, aber ein Leben zu leben ohne es mit anderen zu teilen, war und ist befreiend.


Ein Leben in Gottes Nähe zu Leben. Ich war einen ganzen Monat in Kanada und nicht viele wussten es. Ich lernte ein Leben in Unabhängigkeit von Social Media kennen. Ich lernte ein Leben in Abhängigkeit zu Gott kennen. Ein Leben mit freiem Kopf. Ich lernte das Leben zu genießen.


Ein Leben mit Berufung zu leben.

In meiner Berufung zu leben.

Ich machte wieder Gott zu meinem Fokus.

Gott als meine einzige Zuflucht.

Gott alleine.

Immer noch darf ich mitnehmen:

Grenzen setzen, Prioritäten setzen und das Leben zu genießen, was mir Gott geschenkt hat!

Ich möchte dich jetzt ermutigen mal Instagram „auszuschalten“ und dein Leben „einzuschalten“.


Dein Leben zu fokussieren.


Linda



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